Artist statement


I understand my work as visual research. My stimulus is usually a discovery, a place, a feeling, a question, an observation that I pursue, that I circle around and don't let go of. I collect images and video fragments with the camera, research, work out connections on different levels. Little by little, a narrative of my own, a concept, crystallizes. Some discoveries remain in the form of sketches until I pick them up again a few months or years later, to complete them, put them into a form that is coherent for me: be it an artist's book, an installation, or video work.
My works concentrate on phenomena of the environment but actually aim at the human being. I am concerned with the intersections of culture and nature, especially cultivated and domesticated flora, such as parks or office plants. They tell us about political, cultural, and social conditions. For me, they are a window on the human psyche. Although in the times of the Anthropocene, we no longer find a place on this earth that is free from human influence, there is much that is beyond our control and frightens us: a virus, an earthquake, or ultimately death. The longing for untouched nature but also for security and control are diametrically opposed. 
Gardens and parks unify the two opposites of wilderness and control: they are idealized, sculpted nature from which no danger emanates. For me, they represent a vivid cosmos between past and present, needs and feasibilities, philosophy and aesthetics, between animals, plants, and humans. I like the multilayered more than the polarizing, the grayscales more than the black and white, the question more than the answer. Depending on the perspective, my works oscillate between the poles, revealing their complexity at second glance, rooted in contradiction.

Ich verstehe meine Arbeit als visuelle Forschung. Mein Antrieb ist meist eine Entdeckung, ein Ort, eine Ahnung, eine Frage, eine Beobachtung, der ich nachgehe, die ich umkreise und nicht loslasse. Ich sammle Bilder und Videos mit der Kamera, recherchiere, erarbeite mir Zusammenhänge auf verschiedenen Ebenen. Nach und nach kristallisiert sich ein eigenes Narrativ, ein Konzept, heraus. Manche Entdeckungen ruhen als Skizzen, bis ich sie einige Monate oder Jahre später wieder aufgreife und fertigstelle, sie in die für mich schlüssige Form bringe: Sei es ein Künstlerbuch, eine Installation oder eine Videoarbeit.
Meine Arbeiten konzentrieren sich auf Phänomene der Umwelt, zielen damit aber eigentlich
auf den Menschen. Mich beschäftigen die Überschneidungsflächen von Kultur und ­Natur, besonders die kultivierte und domestizierte ­Flora, wie etwa Parks oder Büropflanzen. Diese erzählen über politische, kulturelle und gesellschaftliche Gegebenheiten, sie sind für mich ein Fenster zur menschlichen ­Psyche. Obwohl wir im Anthro­pozän keinen Ort auf dieser Erde mehr finden, der frei vom menschlichen Einfluss ist, gibt es vieles, das sich außerhalb unserer Kontrolle befindet, uns Angst macht: ein Virus, ein Erdbeben oder letzten Endes der Tod. Die Sehnsucht nach unberührter Natur, aber auch nach Sicherheit und ­Kontrolle stehen sich diametral gegenüber.
Gärten und Parks vereinen den Gegensatz von Wildnis und Kontrolle in sich: als idealisierte, geformte Natur, von der keine Gefahr ausgeht. Für mich stellen sie einen interes­santen Kosmos dar, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Bedürfnissen und Möglich­keiten, ­Philosophie und Ästhetik, zwischen Tieren, Pflanzen und Menschen. Ich mag das Vielschichtige mehr als das Polarisierende, die Graustufen mehr als das Schwarz-Weiß, die Frage mehr als die Antwort. So changieren auch meine Arbeiten je nach Perspektive zwischen den Polen, enthüllen auf den zweiten Blick ihre Komplexität, die im Widerspruch begründet liegt.
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